DSGVO

DSGVO für Online-Shops: Die wichtigsten Anforderungen

DSGVO-Compliance für E-Commerce: Payment, Tracking, Kundendaten, Bewertungen und Cookie-Consent richtig umsetzen.

Compliso Team
4 Min. Lesezeit

Online-Shops verarbeiten besonders viele personenbezogene Daten: Namen, Adressen, Zahlungsinformationen, Bestellhistorien und Nutzerverhalten. Entsprechend hoch sind die DSGVO-Anforderungen. Dieser Ratgeber zeigt dir, worauf du achten musst.

Rechtsgrundlagen für Online-Shops

Im E-Commerce kommen verschiedene Rechtsgrundlagen nach Art. 6 DSGVO zum Einsatz:

VerarbeitungRechtsgrundlageArtikel
BestellabwicklungVertragserfüllungArt. 6 Abs. 1 lit. b
RechnungsstellungRechtliche VerpflichtungArt. 6 Abs. 1 lit. c
Tracking & MarketingEinwilligungArt. 6 Abs. 1 lit. a
BetrugspräventionBerechtigtes InteresseArt. 6 Abs. 1 lit. f
NewsletterEinwilligungArt. 6 Abs. 1 lit. a

Payment und Zahlungsdaten

Zahlungsanbieter verarbeiten sensible Daten. Darauf musst du achten:

Stripe, PayPal & Co.

  • AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) mit jedem Zahlungsanbieter abschließen
  • Drittlandtransfer: Stripe und PayPal sind US-Unternehmen — DPF-Zertifizierung oder SCCs prüfen
  • PCI DSS: Kreditkartendaten nie selbst speichern, immer über zertifizierte Provider abwickeln
  • Datenschutzerklärung: Zahlungsanbieter und übermittelte Daten nennen

Datensparsamkeit

  • Keine Zahlungsdaten speichern, die du nicht brauchst
  • Kreditkartennummern nur tokenisiert (via Stripe/PayPal)
  • CVV/CVC-Codes nie speichern

Tracking und Remarketing

Online-Shops nutzen besonders viele Tracking-Tools. Jedes einzelne braucht eine Rechtsgrundlage:

  • Google Analytics 4 — Nutzerverhaltensanalyse
  • Facebook Pixel / Meta Pixel — Remarketing, Lookalike Audiences
  • Google Ads Conversion Tracking — Konversionsmessung
  • TikTok Pixel — Social Remarketing
  • Pinterest Tag — Conversion Tracking
  • Hotjar / Microsoft Clarity — Session Recording
  • Dynamic Remarketing — Personalisierte Anzeigen
  • Serverseitige Webanalyse (eigene Logfiles, aggregiert)
  • Plausible Analytics (kein Cookie, EU-gehostet)
  • Matomo (self-hosted, Cookie-frei konfigurierbar)

Wichtig: Alle Tracking-Scripts müssen vor der Einwilligung blockiert werden. Ein Cookie-Banner allein reicht nicht — die Scripts dürfen erst nach Consent laden.

Kundendaten und Bestelldaten

Aufbewahrungsfristen

  • Rechnungen: 10 Jahre (§ 14b UStG, § 147 AO)
  • Geschäftsbriefe: 6 Jahre (§ 147 AO)
  • Vertragsdaten: Dauer der Geschäftsbeziehung + 3 Jahre Verjährungsfrist
  • Logfiles: Maximal 7 Tage (DSK-Empfehlung)

Löschkonzept

Du brauchst ein dokumentiertes Löschkonzept (Art. 5 Abs. 1 lit. e DSGVO):

  • Welche Daten werden wann gelöscht?
  • Welche Aufbewahrungsfristen gelten?
  • Wie wird die Löschung technisch umgesetzt?

Recht auf Löschung (Art. 17)

Kunden können die Löschung ihrer Daten verlangen. Ausnahmen: steuerrechtliche Aufbewahrungspflichten. In dem Fall: Daten sperren, nicht löschen.

Produktbewertungen

Bewertungssysteme verarbeiten personenbezogene Daten:

  • Name/Pseudonym des Bewertenden
  • E-Mail-Adresse zur Verifizierung
  • IP-Adresse bei der Abgabe
  • Kaufhistorie (verifizierte Käufer)

DSGVO-konform umsetzen

  • Rechtsgrundlage: Berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. f) oder Einwilligung
  • Bewertungen anonymisierbar machen
  • Externe Bewertungsportale (Trusted Shops, Trustpilot): AVV abschließen, Datenschutzerklärung anpassen

Newsletter und E-Mail-Marketing

Double-Opt-In Pflicht

In Deutschland ist das Double-Opt-In-Verfahren Standard (UWG § 7):

  1. Nutzer gibt E-Mail-Adresse ein
  2. System sendet Bestätigungs-Mail
  3. Nutzer klickt Bestätigungslink
  4. Erst dann: Newsletter-Versand

Was du dokumentieren musst

  • Zeitpunkt der Einwilligung
  • IP-Adresse bei der Anmeldung
  • Text der Einwilligung (wofür genau zugestimmt wurde)
  • Bestätigungszeitpunkt (Double-Opt-In)

Abmeldung

Jeder Newsletter muss einen Abmeldelink enthalten. Die Abmeldung muss genauso einfach sein wie die Anmeldung.

Shop-Systeme und DSGVO

WooCommerce (WordPress)

  • Cookies: WooCommerce setzt Session-Cookies (woocommerce_cart_hash, woocommerce_items_in_cart) — diese sind funktional (kein Consent nötig)
  • Plugins: Jedes Plugin kann zusätzliche Cookies setzen oder Daten an Dritte übermitteln
  • Hosting: WordPress.com ist US-gehostet — self-hosted bevorzugen

Shopify

  • Cookies: Shopify setzt mehrere Cookies (_shopify_s, _shopify_y) — teilweise Analytics-relevant
  • Hosting: Shopify-Server in Kanada und USA — Drittlandtransfer-Hinweis nötig
  • Apps: Jede App kann eigene Datenschutzprobleme verursachen

Allgemeine Empfehlung

Egal welches Shop-System: Scanne regelmäßig, welche Cookies und Third-Party-Requests dein Shop erzeugt. Der Compliso Scanner erkennt automatisch Tracking-Scripts, problematische Cookies und Drittanbieter-Verbindungen.

Pflichtdokumente für Online-Shops

  1. Datenschutzerklärung (Art. 13/14 DSGVO) — alle Verarbeitungen auflisten
  2. Impressum (DDG § 5) — vollständige Angaben
  3. AGB — empfohlen, nicht gesetzlich vorgeschrieben
  4. Widerrufsbelehrung (§ 312g BGB) — für Verbraucher-Fernabsatzverträge
  5. Cookie-Banner — für nicht-essentielle Cookies

Der Compliso Content-Generator erstellt alle Rechtstexte automatisch basierend auf einem Fragebogen.

Praxis-Checkliste

  • Cookie-Banner mit Script-Blocking vor dem Consent
  • Alle Tracking-Scripts nur nach Einwilligung laden
  • AVV mit allen Dienstleistern (Payment, Hosting, Analytics, Newsletter)
  • Datenschutzerklärung mit allen Verarbeitungen
  • Löschkonzept dokumentieren
  • Double-Opt-In für Newsletter
  • Aufbewahrungsfristen einhalten (10 Jahre Rechnungen, 6 Jahre Geschäftsbriefe)
  • Recht auf Auskunft und Löschung technisch umsetzen
  • Regelmäßige Scanner-Checks (Cookies, Tracking, Third-Party-Requests)

Fazit

DSGVO-Compliance im E-Commerce ist kein einmaliges Projekt, sondern ein laufender Prozess. Neue Plugins, Payment-Provider-Änderungen oder Marketing-Tools können jederzeit neue Datenschutz-Risiken einführen.

Teste deinen Online-Shop jetzt kostenlos: Der Compliso Demo-Scanner prüft in unter 30 Sekunden, ob dein Shop DSGVO-konform ist — von Cookies über Tracking bis zu Security-Headers.

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